Padel-Zählweise, vollständig
Padel-Zählweise, erklärt
Zuletzt aktualisiert am 18. August 2026
Padel übernimmt die Zahlen vom Tennis und ändert dann die Enden. Hier steht jede Regel, die einen Padel-Score entscheidet: die Leiter bis 40, was bei 40–40 passiert, wann aus einem Satz ein Tiebreak wird und wie ein Entscheidungssatz ausgeht.
Die Kurzfassung. Ein Spiel läuft 15, 30, 40, Spiel. Bei 40–40 entscheidet im Padel meist ein einziger Golden Point statt des Vorteils. Ein Satz geht an das Paar, das zuerst sechs Spiele mit zwei Vorsprung hat, bei 6–6 folgt ein Tiebreak auf sieben. Ein Match ist ein Satz oder Best of 3, und der Entscheidungssatz wird oft durch einen Super-Tiebreak auf zehn ersetzt.
Punkte in einem Spiel
Padel hat die Tennis-Leiter komplett übernommen. Der erste Punkt bringt ein Paar auf 15, der zweite auf 30, der dritte auf 40, der vierte gewinnt das Spiel — sofern das Ende weiter unten mitspielt. Null heißt Null, und der Stand des aufschlagenden Paares wird immer zuerst genannt: 30–15 bedeutet also, dass die Aufschläger vorn liegen.
| Gewonnene Punkte | Heißt |
|---|---|
| 0 | Null |
| 1 | 15 |
| 2 | 30 |
| 3 | 40 |
| 4 | Spiel — wenn das Ende es zulässt |
Die Leiter ist der Teil, den alle schon kennen, und der Teil, über den niemand streitet. Jeder Streit auf einem Padelplatz dreht sich darum, wie es endet.
Was bei 40–40 passiert
Das ist die eine Entscheidung, die das Gefühl eines Padel-Matches verändert, und sie gehört vor den ersten Aufschlag statt in einen Streit am Netz. Drei Enden sind in Gebrauch.
Vorteil
Das Tennis-Ende. Ab 40–40 muss ein Paar zwei Punkte hintereinander gewinnen: der erste bringt den Vorteil, der zweite das Spiel. Geht der nächste Punkt verloren, steht es wieder 40–40, so oft es nötig ist. Das belohnt das stärkere Paar und macht die Dauer eines Matches unvorhersehbar.
Golden Point
Punto de oro. Ab 40–40 entscheidet der allernächste Punkt das Spiel — kein Vorteil, keine zweite Chance. Ein Punkt, ein Spiel. Standard im Amateurpadel und auf der Profitour, weil es ein Match auf eine planbare Länge hält und weil ein ganzes Spiel an einem einzigen Ballwechsel der beste Moment ist, den der Sport hat.
Star Point
Punto estrella. Wird genau wie ein Golden Point gezählt: der nächste Punkt entscheidet das Spiel. Anders ist nur die Inszenierung drumherum, nicht die Rechnung — deshalb behandelt eine Anzeigetafel beide gleich.
Padelmatic fragt vor dem Match, welches der drei Enden gelten soll, und wendet es dann bei jedem Stand von 40–40 an. Die Frage ist damit einmal geklärt statt jedes zweite Spiel.
Spiele in einem Satz
Ein Satz geht bis sechs Spiele, gewonnen mit zwei Vorsprung. Bei 5–5 läuft der Satz weiter: ein Paar muss jetzt 7–5 erreichen. Bei 6–6 entscheidet stattdessen ein Tiebreak.
Der Tiebreak geht auf sieben Punkte, wieder mit zwei Vorsprung — 7–5 reicht, 6–6 läuft weiter, bis ein Paar zwei Punkte vorn ist. Wer den Tiebreak gewinnt, gewinnt den Satz 7–6.
Sätze in einem Match
Ein Padel-Match geht über einen Satz oder über Best of 3. Best of 3 heißt: das erste Paar mit zwei Sätzen gewinnt, ein Match endet also 2–0 oder 2–1.
Steht es in einem Best-of-3-Match eins zu eins, kann der Entscheidungssatz ganz ausgespielt oder durch einen Super-Tiebreak ersetzt werden — auf zehn Punkte, weiterhin mit zwei Vorsprung. Der Super-Tiebreak ist der Grund, warum sich ein Amateurmatch halbwegs verlässlich in eine Platzbuchung von anderthalb Stunden legen lässt.
Wer aufschlägt, und wann
Die Aufschlagreihenfolge gehört zum Score selbst, denn ein Padel-Stand wird immer von der Seite des aufschlagenden Paares gelesen.
- Der Aufschlag wechselt nach jedem Spiel zwischen den Paaren. Ob gewonnen oder verloren: wer dieses Spiel aufgeschlagen hat, nimmt im nächsten an.
- Innerhalb eines Paares schlägt eine Person das ganze Spiel auf, die andere das nächste Aufschlagspiel des Paares — jede Person schlägt also jedes vierte Spiel auf.
- Die Paare wechseln nach dem ersten Spiel die Seiten und danach nach jedem zweiten, also immer dann, wenn die Gesamtzahl der gespielten Spiele ungerade ist.
- Im Tiebreak schlägt die erste Person nur einen Punkt lang auf. Danach wechselt der Aufschlag alle zwei Punkte, und die Seiten werden alle sechs Punkte gewechselt.
Padel-Zählweise gegen Tennis-Zählweise
Wer im Tennis schon zählen kann, ist fast am Ziel. Das sind die Unterschiede, die auf dem Platz wirklich vorkommen.
| Regel | Padel | Tennis |
|---|---|---|
| Punkte in einem Spiel | 15, 30, 40, Spiel | 15, 30, 40, Spiel |
| Bei 40–40 | Meist Golden Point; Vorteil ist eine Option | Vorteil, außer in Formaten, die ihn streichen |
| Spiele in einem Satz | Zuerst 6, mit 2 Vorsprung | Zuerst 6, mit 2 Vorsprung |
| Entscheidungssatz | Oft ein Super-Tiebreak auf 10 | Meist ein voller Satz; je nach Turnier |
| Der Aufschlag | Von unten, nach einem Aufsetzer | Von oben, aus der Luft |
Americano und andere gesellige Formate
Nicht jede Session ist ein Match zwischen zwei festen Paaren. Beim Americano rotieren die Partner: Man spielt kurze Runden mit wechselnden Partnern, und jeder gewonnene Punkt zählt auf das eigene Konto statt auf das eines Paares. Es gibt keine Spiele und keine Sätze. Eine Runde endet, wenn ein Paar eine vereinbarte Punktzahl erreicht, und am Ende gewinnt, wer die höchste Gesamtzahl hat.
Padelmatic führt Americano als eigenen Modus, bei dem das Punktziel und der Aufschlagwechsel vor dem Start festgelegt werden.
Zählen, ohne darüber zu streiten
Jede Regel hier oben ist Rechnen, und Rechnen ist genau das, was vier Leute mitten in einem langen Ballwechsel am schlechtesten können. Ein Seitenwechsel, ein Golden Point, auf den sich niemand geeinigt hat, eine Person, die sich bei 30–15 ganz sicher ist — und der Stand wird zur Verhandlung statt zur Tatsache.